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Operation nach Elmslie

„Patellalateralisation“: Was ist das?

Bei dieser Krankheit steht die Kniescheibe zu weit außen (=lateral). Das kann mehrere Ursachen haben: Meist ist es angeboren. In manchen Fällen kann ein X-Bein oder ein Schwäche der Gesäßmuskulatur das begünstigen. In andere Fällen ist das Gleitlager am Oberschenkel zu flach (=dysplastisch).

operation nach elmslieWeil die Kniescheibe keine gute Führung hat, kann sie bei einer ungünstigen Bewegung vollständig ausrenken (=Patellaluxaton) oder herausspringen und wieder hineinspringen (=Subluxation).

Durch die Fehlhaltung entsteht mit der Zeit ein Knorpelschaden, beim Hinausspringen kann auch ein Teil des Knorpels abgesprengt werden und als freies Fragment im Kniegelenk Probleme bereiten. Die Schädigung des Knorpels hängt von der Schwere der Fehlstellung ab.

Daher gibt es folgende Behandlungsstrategien:

  1. leichte Fehlstellung / keine Subluxation: Physiotherapie / Tape / Kniestrumpf
  2. starker Fehlstellung / Z.n. Luxation / Subluxation: Hier ist mit konservativen Maßnahmen (ohne Operation) kein Auslangen zu finden, da der Knoreple sich sonst einseitig abnützt. Eine Operation wird empfohlen.

 

„Operation nach Elmslie“: Was ist das?

Diese Operation kommt zum Einsatz, damit die Kniescheibe wieder in der Mitte des Kniegelenks läuft. Die Kniescheibe ist oben am Muskel und unten am Knochen verankert. Der untere Verankerungspunkt ist bei der Patellalateralisation zu weit außen. Dieser Verankerungspunkt wird wieder in eine normale (=mittige) Position zurückgebracht und kurzfristig mit 2 Schrauben fixiert.

Durch die bessere Führung der Kniescheibe wird der Druck auf den geschädigten Knorpel lebenslang reduziert.

Die Schrauben können lebenslang verbleiben, oder bei Problemen beim Knien (z.B. Tänzer) entfernt werden.

Die Bewegung des Kniegelenks wird dadurch nicht beeinträchtigt.

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Spezifischer postoperativer Verlauf

Meist können Sie sofort nach der Operation voll auf das Bein auftreten, Bei Rekonstruktionen von Bändern oder Knorpel soll eine Teilbelastung erfolgen.

Um ein gutes knöchernes Einwachsen zu gewährleisten, müssen Sie für 2-4 Wochen eine Streckschiene tragen. Sie dürfen in Streckung voll belasten, aber anfänglich nicht beim Abbeugen.

Sie beginnen sofort mit der Therapie (Lymphdrainage und Physiotherapie).

Für wenige Tage wird Ihr Bein geschwollen sein, gelegentlich auch noch manchmal in den ersten Monaten. Bis zur Wiederherstellung der Kraft werden Sie mit 2-3 Monaten Aufbautraining rechnen müssen.

Tag 1-3: Verband mit Tupfer, meist kein Redonschlauch, 2 Krücken, Eis auflegen, Bein hochlagern, Schmerzmedikation, 12 – 24 Stunden andauernde Taubheit im Bein, danach setzen postoperative Schmerzen ein. Üblicherweise kommt es zu kleineren Nachblutungen.

1. Woche: Verbandwechsel bei uns, Lymphdrainage. Sitzender Beruf möglich. Kleine Spaziergänge erlaubt.

2. Woche: Nahtentfernung bei uns, Lymphdrainage, Physiotherapie, Lasertherapie. Gehender / Gehen mit Krücken noch außerhalb der Wohnung.

4.-6. Woche: Knöchene Heilung belastungsstabil, Krücken weglassen. Längere Spaziergänge möglich. Start mit Sport.

2.-3. Monat: Im Allltag und Beruf sind Sie üblicherweise voll einsatzbereit

3.-6.Monat: Uneingeschränkt sportfähig.

 

Hinweis: Je nach biologischer Reparaturkompetenz kann Ihre Heilung von diesem Plan erheblich abweichen. Eine Garantie kann nicht gegeben werden.

OP Dauer: 1-2h
Narkose: AN / spinal
Aufenthalt: 2-3 Tage

 

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Zufriedene Patienten aus der Welt des Spitzensports

"Meine jahrelange Erfahrung als Teamarzt im ÖFB und ÖSV kommt Ihnen stets zugute!"